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Über das Projekt

Steppen im Umland der Stadt Louny

Steppen des Böhmischen Mittelgebirges (České středohoří) gehören aus botanischer und zoologischer Sicht zu den bedeutendsten Gebieten der Tschechischen Republik. Sie sind vor allem nördlich der Stadt Louny, auf Hängen der Vulkanberge (Raná, Oblík, Srdov, Brník, Milá und weiteren) zu finden. Steppengesellschaften kommt das hiesige, äußerst warme und trockene Klima zugute (Jahresdurchschnittstemperatur 8-9 °C, Jahresniederschlag um 400 mm), außerdem nährstoffreiche Böden und extensive Beweidung durch Nutztiere.

Steppenfauna und Flora

Steppen um Louny sind zum Domizil einer ganzen Reihe seltener, wärmeliebender und xerophyter Pflanzen- und Tierarten geworden. Hier dominieren mehrjährige Grasarten, vor allem unterschiedliche Federgräser (Abb. auf der Rückseite des Umschlags), Schwingel und auch der Steppenhafer. Zum Frühlingsbeginn erblühen das Steppen-Veilchen, die Wiesen-Kuhschelle, Variante bohemica (Abb. 1 auf der Seite 3) sowie das Frühlings-Adonisröschen (Abb. 1 auf der Seite 2). Zu einem späteren Zeitpunkt kann man z.B. die Traubige Graslilie, den Boden-Tragant (Abb. 3 auf der Seite 19), Dänischen Tragant, den Österreichischen Lein (Abb. 4 auf der Seite 26), die Violette Königskerze und andere geschützte Arten bewundern.

Die Wirbellosen bilden die wertvollste Tierartengruppe der Steppen. Dazu gehört eine große Artenzahl von Käfern, Schmetterlingen, Spinnen und Heuschrecken. Oft sind es seltene, an Steppen-Standorte gebundene Arten. So z.B. die Schmetterlinge Berghexe, der Östliche Quendelbläuling, der Weißdolch-Bläuling (Abb. 2 auf der Seite 18) oder ein attraktiver Waldsteppenbewohner, genannt Russischer Bär (Abb. 3 auf der Seite 4). Im Herbst ist in den Steppen die herrlich gefärbte Rote Röhrenspinne (Abb. 2 auf der Seite 19) anzutreffen. Die Bedeutung des Teilgebietes um Louny unterstreichen die innerhalb des Böhmischen Mittelgebirges endemisch vorkommenden Tierarten. Als Vertreter dieser ist z.B. die Kurzfühlerschrecken-Unterart Stenobothrus eurasius bohemicus zu nennen.

Die Steppenpflege

Als eine der fruchtbarsten Gebiete der Tschechischen Republik wird die Landschaft um Louny schon seit mehreren Jahrtausenden landwirtschaftlich genutzt. Hanglagen mit Steppengesellschaften nutzte man traditionell als Weiden, vor allem für Schaf- und Ziegenhaltung. Dadurch wurden Verbuschung und anschließende schrittweise Umwandlung der Steppe in Wald verhindert; die einmaligen Gesellschaften blieben bis heute bewahrt. Schafe und Ziegen lockern zudem mit ihren Hufen die geschlossene Grasnarbe und ermöglichen damit das Keimen von Samen seltener Pflanzenarten.

Beweidung ist eine natürliche und traditionelle Maßnahme zur Erhaltung der vielfältigen Artenzusammensetzung der Steppengesellschaften. Leider erlosch im Umland von Louny diese Bewirtschaftungsform in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beinahe. Nach Beendigung der regelmäßigen Beweidung wuchsen Steppengrasflächen mit Sträuchern zu, die Fläche des Steppenbiotops verkleinerte sich. Deutlich negativ wirkte sich die Anpflanzung standortfremder Gehölze, z.B. Akazie oder Schwarzkiefer, aus.

Die Erhaltung des Naturreichtums der Steppen im Umland von Louny wird durch das Projekt LIFE+ „Steppen des Mittelgebirges um Louny“, ein Fördermittelprogramm der EU-Kommission, bedeutend unterstützt. Die auf insgesamt 250 ha durchgeführten Managementmaßnahmen beinhalten vor allem die Beseitigung von Sträuchern und invasiver Gehölzarten, Wiederaufnahme der regelmäßigen Beweidung und der traditionellen extensiven Streuobstwiesen.

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