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Gebietssystem ökologischer Stabilität der Tschechischen Republik ÚSES

Das Gebietssystem ökologischer Stabilität der Tschechischen Republik (nachfolgend nur ÚSES genannt) wird laut des § 3 Buchstabe a) des Natur- und Landschaftsschutzgesetzes Nr. 114/1992 GBl. definiert als die Gesamtheit miteinander verbundener natürlicher und modifizierter (aber naturnaher) Ökosysteme, die das natürliche Gleichgewicht erhalten. Das Hauptziel des ÚSES ist die Verstärkung ökologischer Stabilität der Landschaft durch Erhaltung oder Wiederherstellung stabiler Ökosysteme, sowie ihrer wechselseitigen Verbindungen und Beziehungen. Zu Hauptaufgaben der Gebietssysteme ökologischer Stabilität gehören:

  • Aufbau eines Netzwerks ökologisch relativ stabiler Gebiete mit positiven Auswirkungen auf die umliegende weniger stabile Landschaft,
  • Erhaltung oder Wiederherstellung des natürlichen Genschatzes (genpool) der Landschaft,
  • Erhaltung oder Unterstützung der Vielfalt autochthoner biologischer Arten und ihrer Gemeinschaften (Biodiversität).

Der Aufbau des Gebietssystems ökologischer Stabilität ist laut § 4 Abs. 1 des Gesetzes Nr. 114/1992 GBl. von allgemeinem Interesse, an dem sich Grundstückseigentümer, Gemeinden und Staat beteiligen.

ÚSES wird wie folgt in Stufen untergliedert:

  • Biosphärisches ÚSES – großflächige, ökologisch bedeutende Landschaftseinheiten, die den Reichtum unserer Biota im Rahmen der biogeographischen Provinzen und des gesamten Planeten darstellen und dessen Kerngebiete, in welchen natürliche Entwicklung erfolgt, größer als 10 000 ha sein sollten.
  • Überregionales ÚSES – großflächige, ökologisch bedeutende Landschaftseinheiten mit einer Minimalfläche von 1 000 ha. Ihr Netzwerk sollte Existenzbedingungen charakteristischer Gesellschaften mit vollständiger Biota-Artenvielfalt im Rahmen einer bestimmten biogeographischen Region gewährleisten.
  • Regionales ÚSES – großflächige, ökologisch bedeutende Landschaftssegmente (EVSK) mit einer Minimalfläche je nach Gemeinschaftstypus von 10 bis 50 ha. Ihr Netzwerk muss die Artenvielfalt des Biochors in einer bestimmten biogeographischen Region repräsentieren.
  • Lokales ÚSES – weniger umfangreiche EVSK (normalerweise 5 bis 10 ha). Ihr Netzwerk repräsentiert die Vielfalt von Gruppen der Geo-Biozönen-Typen im Rahmen bestimmter Biochors.

Auf den Internetseiten und dem Kartenserver (Mapserver) der Tschechischen Umweltinformationsagentur (CENIA) können Karten überregionaler und regionaler ÚSES (Gebietstechnische Unterlage ÚTP) herunter geladen werden.

Eine weitere Stufe ökologischer Netzwerke ist das EECONET (European Ecological Network), dessen Gerüst für die Tschechische Republik ausgewählte Bestandteile des überregionalen ÚSES bilden.

Bestandteile des ÚSES

Biozentrum 

Ein Biotop oder Biotopzentrum in der Landschaft, das anhand seines Zustandes und seiner Größe die dauerhafte Existenz eines natürlichen oder modifizierten (aber naturnahen) Ökosystems ermöglicht.

Biokorridor

Ein Gebiet, das dem entscheidenden Teil der Organismen keine dauerhafte Existenz bietet, aber eine Migration zwischen Biozentren ermöglicht und dadurch eine Verbindung zwischen isolierten Biozentren schafft.

Interaktionselement

Ein landschaftliches Segment, das auf lokaler Ebene positive Auswirkung der ÚSES-Bestandteile (Biozentren und Biokorridore) auf die umliegende weniger stabile Landschaft und auf größere Entfernung vermittelt. Außerdem ermöglichen oft Interaktionselemente dauerhafte Existenz bestimmter Arten von Organismen, die geringere Raumansprüche haben (neben einer Reihe von Pflanzen einige Insekten, kleine Nagetiere, Insektenfresser, Vögel, Amphibien usw.).

ÚSES - Unterteilung nach Bedeutung

Überregionales ÚSES – grossflächige, ökologisch bedeutende Landschaftseinheiten mit einer Minimalfläche von 1 000 ha. Ihr Netzwerk sollte die Existenzbedingungen charakteristischer Gesellschaften mit vollständiger Biota-Artenvielfalt im Rahmen einer bestimmten biogeographischen Region gewährleisten.

Regionales ÚSES – großflächige, ökologisch bedeutende Landschaftssegmente (EVSK) mit einer Minimalfläche je nach Gemeinschaftstypus von 10 bis 50 ha. Ihr Netzwerk muss die Artenvielfalt des Biochors in einer bestimmten biogeographischen Region repräsentieren.

Lokales ÚSES – kleineres EVSK (normalerweise 5 bis 10 ha). Ihr Netzwerk repräsentiert die Vielfalt von Gruppen der Geo-Biozönen-Typen im Rahmen bestimmter Biochore.

ÚSES-Pläne

Ein ÚSES wird als ein Plan definiert, der namentlich folgende Information beinhalten sollte:

a) Karteneinzeichnungen existierender und vorgeschlagener Biozentren und Biokorridore und Markierung besonders geschützter Gebiete - im Maßstab 1: 50 000 und größeren für überregionales und regionales ÚSES, sowie im Maßstab 1: 10 000 und größeren für lokales ÚSES.

b) Tabellen und Erläuterungen zu den funktionellen und räumlichen Indikatoren.

c) konkretere Begründung einschließlich Vorschlägen von Rahmenmaßnahmen zur dessen Erhaltung und Verbesserung.

Der ÚSES-Plan bildet Grundlage für Projekte der Systeme ökologischer Stabilität, Grundstücksregulierungen, Erstellung von Gebietsplänen, Forsteinrichtungen, Wasserwirtschaftsplänen und anderen Unterlagen zum Thema Landschaftsschutz und Landschaftserneuerung.

Die Bestimmung der ÚSES-Elemente wird bis auf geringe Ausnahmen auf dem gesamten LSG durchgeführt.

Eine elektronische Karte überregionaler und regionaler ÚSES kann hier oder auf den Internetseiten der CENIA heruntergeladen werden.

Nähere Informationen zum ÚSES finden Sie hier.

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