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Das Landschaftsbild und Bau

Landschaftsbild bedeutet einen großen Wert für erhaltene Natur- und Kulturlandschaft und ist aus diesem Grund vor seiner Abwertung zu schützen. Es wird von spezifischen Eigenschaften und Kennzeichen bestimmt, die seine Urwüchsigkeit (Verschiedenheit und Einmaligkeit) ausmachen. Das Landschaftsbild bedeutet nicht nur die Existenz positive Phänomene und Merkmale, sondern auch die kulturelle und geistige Dimension der Landschaft. Das Landschaftsbild (Landscape Character) wird vor allem durch seine Morphologie, den Gewässer- und Vegetationscharakter und durch die Besiedlungsweise bestimmt.

Die Ausgangsregel, das Natur- und Landschaftsschutzgesetz Nr. 114/1992 GBl. (pdf, 437.5 KB) in seiner späteren abgeänderten Fassung, definiert das Landschaftsbild wie folgt:

§ 12

(1) Das Landschaftsbild, das vor allem als natürliche, kulturelle und historische Eigenschaft eines Ortes oder Gebietes zu verstehen ist, wird vor Tätigkeiten geschützt, die seinen ästhetischen und natürlichen Wert beeinträchtigen könnten. Eingriffe in das Landschaftsbild, vor allem Baugenehmigungen und folgende Umsetzung von Baumaßnahmen, dürfen nur unter Berücksichtigung der Erhaltung bedeutender Landschaftselemente, besonders geschützter Gebiete, kultureller Landschaftselemente, des sog. harmonischen Maßstabs und harmonischer Beziehungen in der Landschaft erfolgen.

(2) Für alle Baumaßnahmen und Baugenehmigungen sowie für alle anderen Tätigkeiten, die das Landschaftsbild beeinträchtigen oder verändern könnten, ist eine Erlaubnis der Naturschutzbehörde erforderlich. Weitere Details zum Schutz des Landschaftsbildes kann das Umweltministerium durch eine allgemein verbindliche Vorschrift festlegen.

(3) Falls das Landschaftsbild mit vielen ästhetischen und natürlichen Werten keinen besonderen Schutz laut dem dritten Teil des Gesetzes erfährt, kann die Naturschutzbehörde mittels einer allgemein gültigen Rechtsvorschrift einen Naturpark errichten, in dem Tätigkeiten, die zur Beschädigung, Zerstörung oder Veränderung des Gebietszustands führen könnten, eingeschränkt werden.

Die gesetzliche Bestimmung geht von einem europaweit akzeptierten Standard aus, der fest legt, dass Interesse an einem flächendeckenden Schutz des Landschaftsbildes besteht, das einerseits als Bestandteil des Kulturerbes und zugleich als günstiger Lebensraum für kommende Generationen zu betrachten ist. Das Gesetz drückt die Absicht aus, dass Naturschutzbehörden nicht nur besonders geschützte Gebiete und aufgelisteten Tier- und Pflanzenarten schützen, sondern aktiv zum Schutz des gesamten Gebietes beitragen, vor allem unter Berücksichtigung des Reichtums und der Vielfalt von Landschaftstypen und ihrer ästhetischen und Naturwerte.

Schutz des Landschaftsbildes gehört zum allgemeinen Schutz und ist somit auf dem gesamten Gebiet des Staates wirksam. Besondere Beachtung bekommt diese Aufgabe in LSGs, auf deren Gebiet Erhaltung harmonischer Kulturlandschaft und Einschränkung von Störfaktoren als wichtige Aufgaben der LSG-Verwaltungen betrachtet werden.

Was versteht man unter dem Schutz des Landschaftsbildes?

Um das Landschaftsbild schützen zu können, müssen dessen Merkmale und Werte beschrieben und bewertet werden. Des Weiteren werden Auswirkungen der vorgeschlagenen Vorhaben auf diese Merkmale und Werte oder auf das Gebiet aus der Sicht des Landschaftsbildes bewertet. Danach werden entsprechende Schutzmaßnahmen festgelegt.

Die LSG-Verwaltung entscheidet in einem Verwaltungsverfahren über die Erteilung (oder Nichterteilung) einer Baugenehmigung bzw. die Genehmigung anderer Tätigkeiten, die das Landschaftsbild beeinträchtigen oder verändern könnten. Das Natur- und Landschaftsschutzgesetz legt nicht fest, wie die Bewertung durchzuführen ist, bestimmt aber im Absatz 1, worauf sich der Schutz bezieht.

Territoriale und bauliche Aktivitäten

Das LSG ist ein Gebiet unterschiedlicher, harmonisch gestalteter Landschaftstypen, die die Kulturwirkung des Menschen in der Natur, die geändert werden kann, widerspiegeln. Nach wie vor weist sich aber der Naturraum durch hohe biologische Vielfalt und ökologische Stabilität auf. Gerade aufgrund des entstandenen spezifischen Landschaftsbildes (zusammengestellt aus Siedlungen im Naturraum) ist es notwendig, bei neuen Bau- und Umbauvorhaben solche Baugrundsätze ein zu halten, die den Charakter des Raumes nicht beeinträchtigen. Im Natur- und Landschaftsschutzgesetz Nr.114/1992 GBl. (396.1 KB) widmet sich dem Schutz der Werte auf dem Gebiet der LSG und Nationalparks der § 44. Aus diesem geht hervor, dass es nicht gestattet ist, ohne eine von den Naturschutzbehörden erteilte Zustimmung Entscheidungen bezüglich der Errichtung, Genehmigung oder Änderung der Nutzung eines Gebäudes usw. zu treffen, mit Ausnahme der Gebiete und Bedingungen, die im zweiten Satz des ersten Abschnitts genannt sind (siehe unten).     
 
§  44 Genehmigung bestimmter Aktivitäten in besonders geschützten Gebieten
(1) Auf dem Gebiet der Nationalparks und der LSG darf ohne Zustimmung der Naturschutzbehörde keine Entscheidung bezüglich der folgenden Aktivitäten getroffen werden – Errichtung, Genehmigung oder Änderung der Nutzung eines Gebäudes, Erlaubnis der Verfügung über Gewässer und Wasserbauten, Erlaubnis einiger Aktivitäten oder Erteilung einer Genehmigung nach dem Wassergesetz. Territorial- und Bauverfahren erfordern keine Zustimmung, wenn es sich um Bauwerke in einem kontinuierlich bebauten Gebiet einer Gemeinde in der vierten Zone des LSG handelt oder wenn die Gemeinde einen verabschiedeten Bebauungsplan mit einer eingearbeiteten Stellungnahme der Naturschutzbehörde vorlegen kann. 
 
(2) Näheren Schutzbestimmungen für besonders geschützte Gebiete können Tätigkeiten und Eingriffe festlegen, die eine Erlaubnis der Naturschutzbehörde erfordern.   

Kleinbauten und Kleindenkmäler

Bestandteil einer Bewertung des Landschaftsbildes ist die Identifikation charakteristischer (oft auch bestimmender und einzigartiger) Elemente des Natur- oder kulturellen Charakters. Dazu gehören auch Kleinbauten oder Kleindenkmäler, wobei ihr Wert auf deren visuellem Erscheinen und oft auch in der Ausstrahlung spezifischer Spiritualität des ländlichen Raumes beruht. Dazu zählen vor allem kleinere Bauwerke sakralen oder profanen Charakters. Sie ergänzen den kulturellen, historischen und ästhetischen Charakter des Gebietes. Sie sind in der Regel mit einem Standort, einer Geschichte, Legende oder mit der Anwesenheit einer unabdingbaren Quelle ihrer Funktion verbunden. Aus der Sicht der Komposition, die für uns bei der Bewertung des Landschaftsbildes ebenfalls von Interesse ist, lassen sich verschiede Formen unterscheiden. Es können völlig eigenständige Elemente ohne jegliche Art beabsichtigter räumlicher Verbindung sein, oder auch solche, die einen Bestandteil kompositorischer Änderungen bilden, die meist mit einem weiteren größeren Bauwerk einhergingen.

Diese kleinen Kulturelemente lassen sich typologisch nach ihrer Aufgabe und Funktion bestimmen: 

  • Religiöse Elemente
    Aufgabe: Ausdruck des religiösen Denkens – Verstärkung und Konsolidierung des Glaubens, Mittel der Danksagung…
                a)      sakrale Kleinarchitektur (Kreuze, Passionssäulen, Kapellen, Bilder…)
                b)      kleine archäologische Denkmäler (Menhire, Hügelgräber…)
  • Elemente im Gelände
    Aufgabe: Bestimmung der vermögensrechtlichen Beziehungen
     (Grenzsteine, Rainsteine, Steinmauern, Grenzbäume…)
  • Technische Elemente und allein stehende historisch-wirtschaftliche Elemente oder Komplexe
    Aufgabe: Verbesserung des Lebensstandards und Vereinfachung der Bewirtschaftungsbedingungen (wasserwirtschaftliche, militärische und Verkehrselemente, Triangulation, Keller, Sennhütten, Schuppen…)
  • Andere Elemente - nicht näher spezifizierte Gruppe materieller und immaterieller Elemente
    Aufgabe: meistens Erinnerungscharakter
    z. B. verbunden mit:
    - dem Tod, lokalen Bräuchen 
    - wichtigen Persönlichkeiten
    - wichtigen Ereignissen

Die ländliche Gegend wird auch von Silhouetten einzeln stehender Bäume geprägt. Nach dem Gesetz Nr. 114/1992 GBl. können bedeutende Bäume, ihre Gruppen und Baumreihen zu markanten Einzelbäumen (als Naturdenkmäler) mit Schutzbedingung erklärt werden (§ 46). Aus der Naturschutzsicht können markante Einzelbäume gleichzeitig bedeutende Landschaftselemente oder Bestandteile solcher sein. Sehr oft stehen wertvolle einzeln stehender Bäume in Nähe sakraler Bauwerke und tragen so zu der geistigen Atmosphäre des Ortes bei. In der Nähe von Bauerngütern dienen sie oft auch als Blitzschutz. Markante Einzelbäume (als Naturdenkmäler) sind im zentralen Naturschutzregister in der Zentrale der AOPK ČR in Prag registriert.

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