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Artenschutz

Trotz ihrer relativ kleinen Fläche, zeichnet sich die Tschechische Republik durch einen großen Reichtum an Pflanzen- und Tierarten aus. Bedingt wird dies durch ihre Lage an der Grenze mehrerer biogeographischer Regionen aber auch durch ihre historische und kulturelle Entwicklung. Insgesamt wurden über 2700 höhere Pflanzenarten, 2400 niedere Pflanzenarten, 50 000 Arten von Wirbellosen und ungefähr 380 Arten von Wirbeltieren gezählt, die sich in der Tschechischen Republik fortpflanzen. Laut gültiger Gesetzgebung (Gesetz Nr. 114/1992 GBl. über den Natur- und Landschaftsschutz) sind alle in der Tschechischen Republik vorkommenden Arten geschützt. Einige dieser Arten gehören aus unterschiedlichen Gründen zu den gefährdeten Arten. Bestimmte Arten werden folgend als besonders geschützt eingestuft. Sie werden in den Anlagen II und III der Bekanntmachung Nr. 395/1992 GBl. aufgelistet.

Der Artenschutz ist eine der zentralen Aufgaben der AOPK ČR. Er wird hauptsächlich gewährleistet durch die Zusammenführung von Informationen über die Verbreitung und Anzahl besonders geschützter und gefährdeter Pflanzen- und Tierarten (sog. Kartierung), sowie durch Beobachtung der Entwicklung von Artengesellschaften und -populationen in ausgewählten Gebieten (sog. Monitoring).

Die im Rahmen der oben beschriebenen Tätigkeiten gewonnenen Daten werden ausgewertet und dienen als Ausgangsmaterial zur Erstellung folgender Dokumente:

  • Rote Listen
  • Rote Bücher
  • Pflegepläne besonders geschützter Gebiete
  • Schutzgebiete der Europäischen Union (NATURA 2000) und des SMARAGD-Systems der Berner Konvention
  • Definition botanisch wertvoller Gebiete
  • Neue Rechtsnormen und ihre Novellierung

Die AOPK ČR beteiligte sich aktiv an der Ausarbeitung folgender Dokumente:

- Gesetz Nr. 115/2000 GBl. über Schadensersatzleistungen für Schäden, die von ausgewählten besonders geschützten Tieren verursacht wurden

- Novelle des Gesetzes Nr. 114/1992 GBl. über den Natur- und Landschaftsschutz

- Bekanntmachung Nr. 175/2006 GBl., mit der sich die Bekanntmachung des Umweltministeriums Nr. 395/1992 GBl. einschließlich der Liste der besonders gefährdeten Arten ändert

Für ausgewählte Pflanzen- und Tierarten werden Rettungsprogramme vorbereitet, deren Ziel darin besteht, die negativen Faktoren, welche die Gefährdung der jeweiligen Art verursachen, einzuschränken und die Population quantitativ zu einem Stand anzuheben, der eine ständige Existenz der Art ermöglicht.

Im Allgemeinen bedient sich der Artenschutz mehrerer Instrumente, die sich in drei Hauptklassen einteilen lassen.

Administrative Instrumente

Das Gesetz Nr. 114/1992 GBl. über den Natur- und Landschaftsschutz (nachfolgend nur Gesetz genannt) unterscheidet zwischen allgemeinem und besonderem Schutz.

Allgemeiner Artenschutz

Der allgemeine Schutz (§ 5 des Gesetzes) bedeutet Schutz aller Pflanzen- und Tierarten vor Zerstörung, Beschädigung, Sammeln oder Fangen, d.h. vor Tätigkeiten, die zur Gefährdung dieser Arten, zur Populationenvernichtung oder zur Zerstörung des Ökosystems, deren Bestandteil sie sind, führen oder führen könnten. Es darf zu keinerlei Gefährdung des Bestehens der auf dem Gebiet der Tschechischen Republik lebenden Art (in ihrer Gesamtheit) kommen. Da einige heimische Arten durch das konkurrierende Auftreten einer auf unserem Gebiet fremden Art gefährdet sein können, sieht der allgemeine Schutz vor, dass die Naturschutzbehörde ihre Zustimmung zur absichtlichen Verbreitung von gebietsfremden Arten in unserer Natur erteilen muss.

Ein z.T. Sonderstellung innerhalb des allgemeinen Schutzes genießen laut Gesetzgebung der Europäischen Gemeinschaft Vögel (Richtlinie des Rates 79/409/EWG zum Schutz der wild lebenden Vogelarten). <0}{0>Zatímco se obecná ochrana zaměřuje na zachování celých populací druhů, obecná ochrana ptáků, zakotvená v § 5a zákona, se týká každého jedince třídy ptáků volně žijících na evropském území států Evropských společenství.<}0{>Während sich der allgemeine Schutz auf die Erhaltung ganzer Populationen von bestimmten Arten konzentriert, gilt der in § 5a des Gesetzes verankerte allgemeine Vogelschutz für jedes einzelne Tier der Klasse Vögel, die auf dem Gebiet der EG-Staaten wild leben.<0} {0>Je omezen jejich odchyt, držení a usmrcování (s výjimkou lovu podle zákona o myslivosti), úmyslné ničení a odstraňování hnízd, sběr a držení vajec a úmyslné vyrušování zejména v době rozmnožování a odchovu mláďat.<}0{>Das Fangen, die Haltung und das Töten von Vögeln (mit Ausnahme der Jagd im Sinne des Jagdgesetzes), die vorsätzliche Zerstörung und Beseitigung von Nestern, das Sammeln und der Besitz von Vogeleiern, sowie die vorsätzliche Störung, insbesondere zur Paarungszeit und während der Aufzucht der Vogeljungen, unterliegt bestimmten Auflagen.<0} {0>Toto rozšíření obecné ochrany platné od dubna 2004 je významným nástrojem ochrany všech jedinců ptáků žijících ve volné přírodě.<}0{>Diese Erweiterung des allgemeinen Schutzes, die seit April 2004 gilt, ist ein bedeutendes Instrument zum Schutz aller wild lebenden Vögel.

Besonderer Artenschutz

Pflanzen- und Tierarten, die in unseren Bedingungen aus natürlichen Gründen selten sind oder deren Populationen sehr anfällig, wissenschaftlich oder kulturell bedeutsam sind, gelten als besonders geschützte Arten. Für sie gelten strengere Schutzmaßnahmen. Besonders geschützte Arten werden nach dem Grad ihrer Gefährdung in drei Kategorien unterteilt (gefährdet, stark gefährdet und kritisch gefährdet). Sie werden in den Anlagen II. und III. der Bekanntmachung Nr. 395/1992, die durch Bekanntmachung Nr. 175/2006 GBl. novelliert wurde, aufgelistet. Der Unterschied dieses Schutzes zum allgemeinen Schutz besteht darin, dass jedes Exemplar in all seinen Entwicklungsstadien geschützt wird. Gleichzeitig ist es unter anderem untersagt, besonders geschützte Tiere zu fangen, zu töten, zu halten oder anderweitig kommerziell zu nutzen, sowie auch besonders geschützte Pflanzen zu sammeln, zu besitzen, zu züchten oder kommerziell zu nutzen. Ein wichtiges Instrument des besonderen Artenschutzes ist der Biotopschutz, d.h. Schutz der Lebensräume besonders geschützter Arten, der eine Grundvoraussetzung für ihre Existenz darstellt.

Von dem im allgemeinen und besonderen Artenschutz genannten Verboten können in Einzelfällen Ausnahmen gewährt werden. Fälle, in denen im Verwaltungsverfahren Ausnahmen gewährt werden können, sind in den einschlägigen Bestimmungen des Gesetzes Nr. 114/1992 GBl. über den Natur- und Landschaftsschutz genannt: Ausnahmen können vornehmlich im Interesse der öffentlichen Gesundheit, der öffentlichen Sicherheit, der Sicherheit des Flugverkehrs, im Interesse der Vermeidung von schwerwiegenden wirtschaftlichen Schäden u.a. gewährt werden. Die LSG-Verwaltungen sind dafür zuständig, Ausnahmen von dem allgemeinen Schutz in Landschaftsschutzgebieten (LSG) und Ausnahmen von dem besonderen Artenschutz auf dem Gebiet der LSG für alle Kategorien besonders geschützter Arten zu gewähren. Auf dem Gebiet außerhalb von LSG und Nationalparks (NP) gewähren sie Ausnahmen für stark und kritisch gefährdete Arten. Die Zuständigkeitsbereiche der LSG-Verwaltungen außerhalb der LSG und NP sind hier aufgelistet. Die notwendigen Bestandteile eines Antrags auf Gewährung einer Ausnahme von den grundlegenden Schutzbedingungen für besonders gefährdete Arten finden Sie hier.                       

Rettungsprogramme

Für besonders geschützte Pflanzen- und Tierarten, deren Existenz durch menschliche Aktivitäten besonders stark beeinträchtigt wird, erstellen die Naturschutzbehörden so genannte Rettungsprogramme. Diese Programme legen die biologischen und ökologischen Bedürfnisse der Art, den gegenwärtigen Grad ihrer Gefährdung und die Vorkommensgrenzen zu Grunde und schlagen Maßnahmen zur Schaffung von Bedingungen vor, die eine Stärkung der Populationen entsprechender Art ermöglichen. Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Rettungsprogramm sind: Sicherung eines ausreichend großen Umfeldes mit guten Lebensbedingungen, d.h. ein Biotop, welches der Art einen Ort zur Fortpflanzung und zur Sammlung von Nahrung, sowie genügend Versteckmöglichkeiten bietet. Genauere Informationen zu Rettungsprogrammen finden Sie hier.

NATURA 2000

Die Einführung des Schutzgebietssystems Natura 2000 beeinflusst das bestehende Artenschutzsystem in der Tschechischen Republik maßgeblich. Die für die Entstehung des Systems Natura 2000 verantwortlichen Richtlinien, kurz Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) und Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG) genannt, konzentrieren sich neben dem Schutz von Biotopen in erster Linie auch auf den Schutz ausgewählter Pflanzen- und Tierarten von gemeinschaftlicher Bedeutung. In der tschechischen Gesetzgebung schlagen sich die europäischen Richtlinien in der Novelle des Natur- und Landschaftsschutzgesetzes Nr. 114/1992 GBl. nieder.

Trotz ihres Namens definiert die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie in ihren zwei Anlagen den Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen. Anlage II. legt die Arten fest, die eines besonderen Gebietsschutzes bedürfen. Dieser wird in Form der so genannten Gebiete gemeinschaftlicher Bedeutung umgesetzt. Anlage IV. enthält eine Auflistung der Arten, die einen strengen Schutz benötigen. Diese Arten wurden zwecks Einhaltung der Schutzbedingungen im Rahmen der Liste besonders geschützter Pflanzen- und Tierarten in die Kategorie kritisch oder stark bedroht eingeordnet.

Die Vogelschutzrichtlinie gewährleistet den Vogelschutz auf zweierlei Art. Auf der einen Seite sorgt sie für den allgemeinen Schutz der Vögel (s. oben), auf der anderen Seite verpflichtet sie die zuständigen Behörden, für ausgewählte, in europäischem Maßstab bedeutende Arten, so genannte Vogelschutzgebiete einzurichten.

Wirtschaftliche Instrumente

Der Artenschutz besteht jedoch nicht nur aus Verboten und gesetzlichen Auflagen. Mit Hilfe unterschiedlicher finanzieller Ressourcen (Staatlicher Umweltfonds, Programme zur Landschaftsgestaltung des Umweltministeriums) ergreifen die Naturschutzbehörden Maßnahmen, die die Populationen besonders geschützter Arten fördern. Dabei handelt es sich einerseits hauptsächlich um praktische Maßnahmen zum Schutz der Vertreter dieser Arten und andererseits um die angemessene Pflege ihrer Biotope (sog. Biotopmanagement).

Informationsinstrumente

Ein häufig unterschätzter Bestandteil des Artenschutzes sind die Informationsinstrumente, die der Öffentlichkeit den Stellung und die ökologische Funktion der einzelnen Arten in unserer Natur erklären sollen. Die Informationsinstrumente sind ein nicht zu vernachlässigender Bestandteil des Schutzes von Arten, die finanzielle Schäden verursachen oder verursachen können (z. B. große Raubtiere). Deshalb konzentriert sich diese Tätigkeit in erster Linie auf örtliche Bevölkerung, sowie Land- und Forstwirte. Im Zuge der Informationstätigkeit wird Aufklärungsmaterial in regionalen Medien veröffentlicht, es werden Informationsbroschüren herausgegeben, Lehrpfade angelegt sowie Treffen und Vorträge zu bestimmten Themen organisiert.

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